Donnerstag, 3. Mai 2018

bookstar 2018

Den bookstar gibt es nun seit 2009. Auch in diesem Jahr wollen wir uns mit unserer Mediathek an dieser Schweizerischen Preisverleihung beteiligen und haben ein Teil der nominierten Titel angeschafft. Diese sind seit einigen Tagen zur Ausleihe bereit und sind auf einem separaten Tisch ausgestellt.


Wettbewerb:

Wer über 12 Jahre alt ist, und nimmt automatisch am Wettbewerb teil, wenn er sich vor dem 30. September 2018 auf bookstar.ch registriert und mindestens ein Buch bewertet hat.

Also – los geht’s: Auf bookstar.ch einloggen, Bücher lesen, bewerten und kommentieren. Zu gewinnen gibt’s Bücherbons und Mediengutscheine im Wert von 300 CHF (1x 100, 2x 60, 2x 40 CHF), gesponsert vom Schweizer Bücherbon.


Preisverleiung:

Die 20 Bücher wurden ausgewählt von einer Jugendjury aus den Schulen Hirschengraben Zürich, Rebhügel Zürich, Rorbas-Freienstein, Walenbach-Wetzikon, Wetzikon-Seegräben.

Jugendliche ab 12 Jahren bewerteten und kommentierten ihre 20 Lieblingsbücher des Jahres. Welches Buch macht das Rennen um die diesjährige Bookstar-Auszeichnung?

Die öffentliche Preisverleihung findet statt am 26. Oktober 2018 in Zürich anlässlich des Buchfestivals Zürich liest’18.

Wir wünschen viel Lesespass!



Die Gewinner vom letzten Jahr:



1. Platz:   Siren von Kira Cass
2. Platz:   Book of Lies von Teri Terry
3. Platz:   Das Feuerzeichen von Francesca Hai

Die ersten beiden Platzierungen können bei uns in der Bibliothek ausgeliehen werden.


Donnerstag, 12. April 2018

Am 23. April ist Welttag des Buches


Am UNESCO-Welttag des Buches feiern wir ein grosses Lesefest. 
Feiern Sie mit uns mit.

Wir haben 20 unserer neuen Bücher schön verpackt und mit einem Hinweis zum Inhalt versehen.
Am 23. April 2018 können Sie diese Pakete bei uns ausleihen.

Kommen Sie vorbei uns lassen Sie sich überraschen .....



Donnerstag, 5. April 2018

Buchtipp: "Wieso geht´s hier nicht weiter?" von Tomoko Ohmura



Inhalt:



Der ganze Verkehr kommt zum Erliegen. Was ist nur passiert? Was ist da vorne los? ruft ein kleiner Junge auf seinem Dreirad. Der Straßenarbeiter neben dem Vorsicht Stau-Schild weiß es nicht. Und nun machen sich alle auf den Weg: Auf Rollschuhen, mit dem Einrad, dem Tretroller, Skateboard, Buggy oder im Rollstuhl: alles, was Räder hat, ist dabei. So lernt man fünfzig Fahrzeuge und ihre Besitzer kennen, die sich zum Teil furchtbar ärgern (wie der Fahrer des Betonmischers) oder ziemlich freuen (wie die Kinder im Schulbus), die ihr Taxi stehenlassen oder mit dem Polizeimotorrad am Stau vorbeibrausen. Aber was ist passiert? Eine Sensation: Ein Dino ist aus seinem Ei geschlüpft! Was für eine Überraschung!

(Bild- und Textquelle: Moritz Verlag)





Meinung:


Mit dieser Frage eines kleinen Jungen auf seinem Dreirad steigt Tomoko Ohmura in ihr neues Kinderbuch ein. Ein Strassenarbeiter, der gerade ein Vorsicht-Stau-Schild aufstellt, kann ihm auch nicht weiterhelfen. Es scheint etwas passiert zu sein. Lasst uns mal nachsehen .....
Nun machen sich alle auf den Weg: Auf Rollschuhen, mit dem Einrad, dem Skateboard, dem Rollstuhl, der Rikscha oder im Beiwagen: alles, was Räder hat, ist dabei.

So verfolgt man über 12 Doppelseiten die Verkehsschlange und lernt 50 verschiedene Fahrzeuge und ihre Besitzer kennen. Der Fahrer des Betonmischers ärgert sich furchtbar, da er unbedingt weiterfahren muss, die Kinder im Schulbus freuen sich dafür, als Schweinchen vorbeispringen, die aus dem Viehtransporter vor ihnen ausgebüxt sind. Aber niemand weiss, was los ist. Die Feuerwehr hat vorsorglich schon mal den Schlauch abgerollt und die Ambulanz fragt sich, ob jemand verletzt ist und packt die Bahre aus.

Die Fahrzeuge werden immer grösser und sind durchnummeriert - von Nr. 50 dem Dreirad bis Nr. 1, dem Kranwagen, der die grosse Sensation und den Grund für den Stau zu Tage befördert. Die Auflösung ist wirklich sehr überraschend und witzig und wird alle Kinder begeistern.

Und auch sonst sind wir alle fasziniert von "Wieso geht´s hier nicht weiter?". Die Idee dieses Bilderbuches ist zwar sehr einfach, dafür umso genialer umgesetzt. In ganz vielen kleinen Situationen zeigt uns Tomoko Ohmura, was beim Warten alles passieren kann. 

So wie das Buch aufgemacht ist, lässt es sich auf ganz verschiedene Arten nutzen. Man kann sich einfach mal die ganze Fahrzeugschlange anschauen und die einzelnen Fuhrwerke benennen. Dadurch dass alle 'Wagen' durchnummeriert sind, kann man auch zählen. Und dann gibt es auf jeder Doppelseite Sprechblasen und über den Bildern schräg angeordnete Gesprächsfetzen. Mit diesen lassen sich kleine Geschichten erzählen und weiterspinnen.

Die Illustrationen sind klar und farbenfroh, so dass sie die Kinder sofort ansprechen.


Fazit:


Das Bilderbuch "Wieso geht´s hier nicht weiter?" von Tomoko Ohmura überzeugt mit einer einfachen Idee, die grossartig umgesetzt wurde. 50 verschiedene Fahrzeuge stehen im Stau und wollen wissen, was da vorne passiert ist. Das Ende ist überraschend, witzig und wird ganz bestimmt jedes Kind begeistern.



Buchtipp von Nicole Forrer



Infos zum Buch:


Tomoko Ohmura: "Wieso geht's hier nicht weiter?", Moritz Verlag (7. Februar 2018), 44 Seiten, ISBN 978-3895653551
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 4 Jahren



Donnerstag, 15. März 2018

«Buch – See – 15» Schreibwettbewerb zum 15-jährigen Jubiläum der Mediathek Steckborn


Mitmachen kann jede und jeder, Mitglieder des Vereins, Leserinnen und Leser, Schreibprofis oder Anfänger, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, allein oder als Gruppe.

Als Vorgabe gibt es nur zwei Worte und eine Zahl: «Buch – See – 15». Diese drei Begriffe müssen in irgendeiner Form in Ihre Geschichte integriert sein und mindestens einmal vorkommen. Die Geschichte darf maximal 4‘500 Zeichen lang sein, inklusive Leerschläge.

Die literarische Form können Sie frei wählen. Sie verpacken die drei Begriffe «Buch – See – 15» in einen Krimi, eine Liebesgeschichte, eine Romanze, einen Sketch, einen Comic oder auch in ein Gedicht. Sie können auf Schriftdeutsch oder Mundart schreiben. Pro Person oder Gruppe kann nur ein Beitrag eingereicht werden.

Die eingesandten Beiträge werden von einer Jury von Fachpersonen gelesen. Die Jury wählt 10 Texte aus, die kreativ und stilistisch ansprechend mit den Begriffen «Buch – See – 15» umgegangen sind. Diese Texte werden in einer Jubiläumsbroschüre veröffentlicht. Sämtliche Beiträge werden in einem Ordner gesammelt und liegen in der Mediathek bis Ende 2018 auf.


Einsendeschluss: 31. Mai 2018
  • Sie reichen Ihren Beitrag in sechs Kopien in einem gut verschlossenen Kuvert ein.
  • In das Kuvert legen Sie auch den ausgefüllten Anmeldetalon, ebenfalls in einem verschlossenen Umschlag.
  • Weder auf der Papiervorlage Ihres Beitrags noch auf dem Kuvert mit dem Anmeldetalon darf sich ein Hinweis auf Ihre Person befinden.
Hier finden sie den Anmeldetalon zum Downloaden: *klick*


Bei offenen Fragen zum Schreibwettbewerb können Sie sich bis am 8. April 2018 an info@mediaborn.ch wenden. Sämtliche Fragen und Antworten können Sie ab 23. April 2018 auf der Homepage der Mediathek www.mediaborn.ch nachlesen.


Sie schicken die Unterlagen an:

haus für aug und ohr
Jubiläum
Seestrasse 104
8266 Steckborn


Die Prämierung erfolgt an der Jubiläumsveranstaltung am 25. August 2018.


Sonntag, 11. März 2018

Buchtipp: "The Hate U Give" von Angie Thomas



Inhalt:


Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen...
(Bild- und Textquelle: cbj)





Meinung:


Einstieg ins Buch:
Ich hätte nicht auf diese Party gehen sollen.
Ich bin nicht mal sicher, ob ich da überhaupt hingehöre. Es hat nichts damit zu tun, dass ich mich für was Besseres halte. Es gibt nur einfach ein paar Orte, wo es nicht reicht, ich selbst zu sein.

Wie geht man mit gehypten Büchern wie "The Hate U Give" von Angie Thomas um? Ich für meinen Teil versuche immer möglichst unvoreingenommen an ein Buch heranzugehen, doch auch dann sind die Erwartungen schon etwas höher gesteckt. Ich kann schon vorab verraten, dass mit das Buch gut gefallen hat, ich mir aber noch etwas mehr davon versprochen hatte - wahrscheinlich genau wegen dem Hype, der aus Amerika zu uns herübergeschwappt war. Ich kann mir gut vorstellen, dass Angie Thomas' Geschichte in Amerika einfach noch besser funktioniert, weil die Thematik da noch viel brisanter ist.

Zu Beginn lernt man die 16-jährige Starr kennen, die in zwei verschiedenen Welten lebt: im schwarzen Viertel Garden Heigh, in dem sie aufgewachsen ist und in der überwiegend weissen Privatschule. Schon nach kurzer Zeit wird man Zeuge einer unvorstellbar schrecklichen Szene. Starr muss nämlich zuschauen, wie Khalil, ein Freund von früher, von einem weissen Polizisten erschossen wird - ohne Vorwarnung, ohne triftigen Grund. Immer mal wieder liest und hört man von so einem Vorfall aus den USA und so ist "The Hate U Give" ein Schrei nach Gerechtigkeit.

Kein Wunder, dass nun Starrs Leben aus den Fugen gerät. Auf der einen Seite will sie Gerechtigkeit für Khalil, auf der anderen Seite sind da ihre beiden gut betuchten Freundinnen und vor allem ihr weisser Freund von der Schule. Sie fragt sich, ob sie nicht ihre schwarzen Wurzeln verrät und fühlt sich immer unwohler in ihrer Haut.

Gekonnt zieht Angie Thomas an den Fäden und das Drama nimmt seinen Lauf. In Garden Heigh kommt es zu Unruhen und Starr gibt sich als Zeugin zu erkennen.

Die Autorin schafft es gut, den inneren Zwiespalt der Protagonistin aufzuzeigen und so zum Nachdenken anzuregen.
Es ist interessant, in ein schwarzes Viertel einzutauchen und mitzuverfolgen, wie da der Hase läuft. Und vor allem ist es erschreckend, erkennen zu müssen, dass die Polizei nicht für alle Freund und Helfer ist, dass die Eltern in Garden Heigh mit ihren Kindern zwei Aufklärungsgespräche führen. Das eine ist auch uns bekannt, das andere handelt davon, wie man sich verhalten soll, wenn man von der Polizei angehalten wird.

"Mutig sein bedeutet nicht, dass du keine Angst hast, Starr", sagt sie. "Es bedeutet, dass du was tust, obwohl du Angst hast."     (Seite 375/376)

Doch Angie Thomas hält die Balance und zeigt nicht nur Bandenkriege, Drogen und Gewalt sondern auch Zusammenhalt und Loyalität. Sie gibt uns nicht nur einen erschreckenden Einblick in den Alltag eines schwarzen Viertels sondern lässt auch eine gute Portion Humor in ihre Geschichte einfliessen.

Das Buch lässt sich flüssig lesen und der Schreibstil ist sehr einfach gehalten. Zwischenzeitlich hat die Autorin meiner Meinung nach den Fokus etwas verloren, so dass mich Starr leider nicht völlig fesseln konnte.
"The Hate U Give" ist ein wichtiges Buch gegen Vorurteile, Rassismus und für Gleichberechtigung, doch gerade vom Schreibstil hätte ich noch etwas mehr erwartet, damit die Geschichte noch mehr Gewicht bekommt.


Fazit:


schockierend, realistisch, gesellschaftskritisch
"The Hate U Give" ist ein wichtiges Buch gegen Vorurteile, Rassismus und für Gleichberechtigung. Mit der nötigen Portion Humor bietet Angie Thomas einen erschreckenden Einblick in das schwarze Viertel Garden Heigh und zeigt schonungslos auf, wie es ist, wenn die Polizei nicht dein Freund und Helfer ist.



Buchtipp von Nicole Forrer



Infos zum Buch:

Angie Thomas: "The Hate U Give", cbt (24. Juli 2017), 512 Seiten, ISBN 978-3570164822
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren



Donnerstag, 8. März 2018

Buchtipp: "So leben die Tiere. Der Igel" von Friederun Reichenstetter



Inhalt:


Wer trägt ein Stachelkleid, ist meistens nachts unterwegs und verschläft den Winter? Natürlich der Igel! Doch wieso trägt der Igel Stacheln und wird er auch schon stachelig geboren? Wo versteckt er sich im Winter? Und was ist zu tun, wenn man einen kleinen Igel findet? Spannendes und Wissenswertes rund um den beliebten Gartenbewohner und seine Lebenswelt.

(Bild- und Textquelle: Arena Verlag)





Meinung:


Die Erstlesereihe Sachwissen Natur vermittelt mit einfachen Texten spannendes Wissen über die heimischen Tiere und ihre Lebensräume. Die Bücherbär-Reihe richtet sich an Leseanfänger ab der 1. Klasse. Die übersichtlichen Texteinheiten, kurzen Zeilen und die grosse Fibelschrift sind ideal zum Lesenlernen. Die spannenden Sachthemen wecken die Lust am Entdecken und Lernen.

Schon auf dem ersten Vorsatzpapier finden sich in einem Steckbrief die ersten Informationen zum Igel. Danach werden dreizehn Themen jeweils auf einer Doppelseite behandelt. Wo lebt der Igel? Was schmeckt dem Igel? Wie sucht sich der Igel eine Partnerin? Was sind die Gefahren für den Igel?

Auf jeder Doppelseite finden sich zwei kurze Sachtexte und bei beinahe jedem Thema kommt der Igel selber auch zu Wort. Diese kurzen, prägnanten Wissenshäppchen in der Ich-Form haben meiner Tochter immer am besten gefallen.

Jede Seite ist farbenfroh und liebevoll illustriert. Die Bilder untermalen und ergänzen die Texte perfekt und motivieren so die Leseanfänger.

Als Abschluss wartet auch noch eine Igelgeschichte auf die Leser. Diese erstreckt sich über zwei Seiten. Auch hier sind die Zeilen kurz und die Sätze einfach gehalten. Trotzdem ist es eine schöne Geschichte, die die Kinder anspricht und das Sachbuch schön abrundet.

Auf dem hinteren Vorsatzpapier finden sich dann noch fünf Fragen, so dass die Leser sehen, ob sie das Buch auch aufmerksam gelesen haben. 

So ist "So leben die Tiere. Der Igel" eine rundum gelungene Mischung aus Sach- und Erstlesebuch, die meine Tochter motivieren und begeistern konnte. 
Das Lesebändchen mit der Bücherbär-Figur ist immer das besondere Extra bei Bücherbär Erstlesebüchern.


Fazit:


"So leben die Tiere. Der Igel" ist eine rundum gelungene Mischung aus Sach- und Erstlesebuch. Kurze, informative Texte und viele ansprechende Illustrationen bringen den Kindern den Igel näher. Ein wirklich tolles Buch, das die Lust weckt, sich mit der Natur und den Tieren auseinanderzusetzen.
So macht lesen lernen wirklich Spass!


Buchtipp von Nicole Forrer



Infos zum Buch:


Friederun Reichenstetter: "So leben die Tiere. Der Igel", Arena Verlag (6. Juni 2017), 40 Seiten, ISBN 978-3401709482
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 - 8 Jahre



Samstag, 3. Februar 2018

Buchtipp: "Grododo" von Michaël Escoffier und Kris Di Giacomo



Inhalt:



Es war ein langer Tag und der Hase hat nur einen Wunsch: Grododo - endlich schlafen! Noch ein Glas Wasser, die Pantoffeln aufräumen, den Teddy fest ans Herz drücken und dann schließt er endlich das eine, dann das andere Auge und schläft auf beiden Ohren ein. Doch was hört er da? Wer stört seinen Schlaf? Das darf doch nicht wahr sein! Er sieht nach und sorgt für Ruhe. Aber die dauert leider nicht allzu lange an ...

(Bild- und Textquelle: Carlsen Verlag)





Meinung:


Der Hase Cäsar freut sich nach einem langen Tag endlich schlafen zu gehen. Wie jeden Abend stellt er ein Glas Wasser auf seinen Nachttisch und seine Pantoffeln auf den kleinen Teppich, überprüft, dass sich kein Monster unter seinem Bett versteckt, drückt seinen Teddy, schliesst ein Auge, dann das zweite und schläft auf beiden Ohren ein. Doch plötzlich schreckt er hoch. Wer wagt es, ihn beim Schlafen zu stören? Er schaut nach und sorgt für Ruhe. Aber die währt leider nicht lange. Cäsar wird immer wieder geweckt, wird immer wütender und müder, so dass sein Zubettgeh-Ritual immer mehr durcheinander gerät.

Es gibt Bilderbücher, die kaufe ich einfach für mich. "Grododo" von Michaël Escoffier und Kris Di Giacomo war so eines. Ich habe das Cover gesehen, und mich sofort verliebt. Auch wenn ich mir dachte, dass meine Kinder dieses spezielle Buch nicht sonderlich mögen würden, konnte ich nicht widerstehen.

Die Illustrationen von Kris Di Giacomo sind nämlich kunstvoll und in grau-braun-Tönen gehalten, was eine tolle Atmosphäre ergibt. Die Geräusche, die Cäsar aufwecken, werden als immer wiederkehrende Wörter auf einer ganzen Doppelseite optisch dargestellt. Damit kann man beim Erzählen spielen und die Spannung erhöhen.

Aber genau wegen den eher düsteren, sehr speziellen Bildern dachte ich, dass meine Kinder nicht so auf "Grododo" anspringen würden. Doch ich wurde überrascht. Vor allem mein Sohn (bald 5) hat nun ein neues Lieblingsbilderbuch. Als wir Cäsar das erste Mal beim Zubettgehen begleitet hatten, lachte er sich kringelig. Kinder lieben Wiederholungen und Rituale. Michaël Escoffiers Spiel mit den kleinen Verwechslungen bringt sehr viel Humor und wird hier geliebt.
Die letzte Doppelseite bringt übrigens noch einen krönenden Abschluss, an dem vor allem die Erwachsenen ihre Freude haben.


Fazit:


"Grododo" ist ein wunderbares Bilderbuch, das ich jedem nur ans Herz legen kann. Die Geschichte spielt humorvoll mit den Ritualen vor dem Zubettgehen und besticht mit kunstvollen und atmosphärischen Illustrationen.
Vielen Dank Michaël Escoffier und Kris Di Giacomo! Wir haben ein neues Lieblingsbilderbuch!


Buchtipp von Nicole Forrer



Infos zum Buch:


Michaël Escoffier und Kris Di Giacomo: "Grododo", Carlsen (1. Februar 2017), 56 Seiten, ISBN 978-3551515094
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 4 Jahren