Donnerstag, 24. April 2014

[Buchtipp] "Einfach. Liebe" von Tammara Webber


Inhalt:


Als Jacqueline sich von einer Party davonstiehlt, ahnt sie nicht, dass die Ereignisse der Nacht ihr Leben für immer verändern werden. Kaum versucht ein Verehrer, der ihr gefolgt ist, sie zu bedrängen, liegt er schon am Boden. Ihr Retter? Ausgerechnet Lucas, der stille Einzelgänger, der nicht nur sehr sexy und geheimnisvoll, sondern auch vollkommen unnahbar ist. Und während Jacqueline versucht, sich auf ihre Abschlussprüfungen vorzubereiten, taucht Lucas plötzlich überall dort auf, wo sie auch ist. Er scheint etwas zu verbergen. Doch sein Blick brennt sich in ihr Herz …

(Bild- und Textquelle: Blanvalet)


Meinung:

Einstieg ins Buch:
Vor jenem Abend war mir Lucas noch nie aufgefallen. Es war, als würde er gar nicht existieren, und dann auf einmal war er überall.

Obwohl Jacqueline eigentlich eine Karriere mit ihrem Kontrabass anstreben wollte, stellte sie ihre Wünsche hinten an und folgt ihrem Freund Kennedy an dessen College. Doch nach drei Jahren Beziehung fällt sie aus allen Wolken als er ihr eröffnet, dass er sich von ihr trennt. Zum Glück hat sie ihre Freundin und Mitbewohnerin Erin, die sie immer wieder aus ihrer Lethargie zu reissen vermag. Doch nach einer Halloween Party wird sie von einem anderen Studenten angegriffen und beinahe vergewaltigt. Zum Glück taucht ein Unbekannter aus der Dunkelheit auf und treibt den Übeltäter in die Flucht. Ihr erstes Zusammentreffen mit Lucas ....

Als Jacqueline nach zwei Wochen verpassten Lesungen ihr Leben wieder ordnen möchte, realisiert sie, dass sie den Wirtschaftskurs nicht ohne Hilfe bestehen wird. Und so bekommt Sie von Professor Heller Nachhilfe mit dem Tutor Landon Maxfield verordnet.

Die Geschichte ist aus der ich-Perspektive von Jacqueline geschrieben. Sie war mir sofort sympathisch und ich konnte sie sehr gut verstehen und fühlte mit ihr mit. Erst die Trennung von Kennedy und dann auch noch die Beinahe-Vergewaltigung .... Jacquelines Leben wird gehörig durchgeschüttelt und sie ist stark verunsichert. Doch nach und nach macht sie sich mit Lucas daran, ihre Ängste ab- und ihr Selbstvertrauen aufzubauen.

"Einfach. Liebe." gehört zu den momentan so angesagten Contemporary wie "Beautiful Disaster" oder auch "Kirschroter Sommer". So ist natürlich auch hier ein College, eine Liebesgeschichte und ein Bad Boy ein Muss.
Lucas erfüllt auch die bekannten Merkmale eines solchen: Er ist äusserst attraktiv, zahlreiche Tattoos zieren seinen Körper, er scheint unnahbar und fährt ein Motorrad. Doch schnell lernen wir, dass der Schein trügen kann ... Lucas ist sehr feinfühlig und zumindest vom Charakter her bestimmt der Traum jeder Schwiegermutter. Doch auch er hat ein ganz schönes Päckchen zu tragen, das er noch nicht verarbeitet hat ...

Tammara Webbers Geschichte liest sich wirklich "easy". Sie schreibt sehr flüssig, einige Szenen sind sogar sehr kurz gehalten. So fliegen die Seiten nur so an einem vorbei und das Buch ist einfach zu schnell ausgelesen. Die Geschichte wurde mit einigen E-Mails und SMS' angereichert, was das Lesevergnügen noch abwechslungsreicher und kurzweiliger macht. Obwohl "Einfach. Liebe." nicht wirklich etwas Neues bereit hält, ist es eine wunderschöne Liebesgeschichte mit einem recht grossen Anteil an Drama. Doch die Autorin streut immer wieder eine Portion Witz mit ein, so dass "Einfach. Liebe." äusserst unterhaltsam ist.


Fazit:

Wer eine leichte, wunderschöne Liebesgeschichte sucht, ist mit dem Buch von Tammara Webber ganz bestimmt sehr gut beraten. Charmante Charaktere, dramatische Wendungen und eine Portion Witz runden diese Lovestory zu einem unterhaltsamen Lesevergnügen ab.
"Einfach. Liebe" - Einfach. Schön.

Buchtipp von Nicole Forrer



Infos zum Buch:


Webber, Tammara: "Einfach. Liebe", 384 Seiten, Blanvalet Taschenbuch Verlag (21. Oktober 2013), ISBN: 978-3442382163

Mittwoch, 23. April 2014

Buch auf Reisen - Nimm mich mit!





Diese Bücher wurden weder verloren, noch vergessen.

Sie wurden absichtlich von unserer Mediathek in Steckborn freigelassen, damit sie gefunden werden können.

Nach dem Lesen einfach an Freunde weitergeben oder wieder freilassen!

Falls du Lust auf mehr Bücher bekommen hast, oder gerne deine Meinung über dieses Buch abgeben möchtest, kannst du dies hier sehr gerne mit einem Kommentar machen und/oder bei uns an der Seestrasse vorbeischauen.


Dienstag, 22. April 2014

Welttag des Buches





Am 23. April ist Welttag des Buches.
In Steckborn wurden Bücher ausgesetzt, bitte finden und lesen Sie diese und geben Sie sie weiter oder schreiben uns ihre Meinung dazu hier auf unserer Homepage.


[Event] Matinée mit Lyrik und Musik



Sonntag, 18. Mai 2014, 11 Uhr


Lili Keller: «Im Licht der Sonne»






Die Steckborner Lyrikerin Lili Keller liest aus ihrem neuen Buch.



Astrid Frei aus Mammern und Ursula Lang aus Ermatingen spielen Werke für klassische Gitarre 
von Ferdinando Carulli (1770 – 1841) und Fernando Sor (1778 – 1839).




               10.30    Türöffnung und Begrüssungsapéro

               11.00     Beginn der Veranstaltung

                           Eintritt frei. Kollekte


Donnerstag, 17. April 2014

[Buchtipp] "Es wird keine Helden geben" von Anna Seidl


Inhalt:

Berührend, fesselnd, unfassbar: Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?

(Bild- und Textquelle: Oetinger)


Meinung:

Einstieg ins Buch:
Alles wird damit beginnen, dass ich verschlafe. Würde mein Freund mit keine SMS schreiben, würde ich nicht pünktlich zur Schule kommen.

"Es wird keine Helden geben" ist das eindrucksvolle Debüt einer jungen deutschen Autorin, die sich gleich mit einer sehr schwierigen Thematik befasst: einem Amoklauf in einer Schule.

Schon mit dem ersten Satz ahnen wir, dass sich Miriams Leben verändern wird. Dass dies so drastisch und wohl für immer ist, wird einem dann auf den nächsten Seiten klar.
Wie viel kann ein Mensch ertragen, um weiterleben zu können, weiterleben zu wollen?
Miriam wird Zeuge eines Amoklaufs an ihrer Schule, muss mit eigenen Augen zusehen, wie ihr Freund Tobi in einer Blutlache liegt. Dieses schreckliche Erlebnis kann sie nicht verarbeiten und zieht sich völlig zurück.

Das Buch behandelt vor allem die Zeit nach dem Amoklauf, lässt uns mit Miriam erstarren, leiden, hinterfragen.
Immer wieder stellt sie sich die Frage des Warums, doch auch das ganze vergangene Leben wird in Frage gestellt.

Wir durchleben jeden Augenblick nur ein einziges Mal. Er wird sich nicht mehr wiederholen. Leider schätzen wir das Leben trotzdem nicht mehr.     (Seite 75)

Da die Geschichte aus der ich-Perspektive von Miriam geschildert wird und so tauchen wir tief in ihre Gefühlswelt ein. Abwechselnd erleben wir einen dicken Nebel aus Abblocken und eine hohe Woge an Gefühlen, die über uns zusammenschlägt: Verzweiflung, Angst, Mutlosigkeit, Trauer, Wut ....

Dazwischen ermöglicht uns Anna Seidl durch Rückblicke Miriams leben davor kennenzulernen. Wir erleben mir ihr Erinnerungen an Tobi, an ihre beste Freundin Joanne, aber auch an Situationen mit dem Amokschützen, mit denen sie sich das traumatische Erlebnis zu erklären versucht.

Denn egal, wie viel Schmerz du ertragen musst, egal wie viele Tränen du vergisst, egal, wie oft du hinfällst - solange es jemanden gibt, der dir die Hand reicht, stehst du immer wieder auf.         (Seite 76)

Anna Seidls Schreibstil ist wahnsinnig eindringlich, emotional und sie schreibt sich mit jedem Wort direkt unter meine Haut und zaubert eine Gänsehaut darauf.

"Es wird keine Helden geben" ist nicht einfach nur ein Buch - es ist wohl DAS Jugendbuch zum Tabuthema Amoklauf, denn wie auch Miriam denkt wohl jeder von uns: "Ein Amoklauf? Bei uns doch nicht ....". Aus diesem Grund empfehle ich jedem diese Lektüre, aber Achtung: Gänsehaut und Kloss im Hals sind garantiert. Für andere Nebenwirkungen übernehme ich keine Verantwortung.
Manchmal müssen wir einsehen, dass wir nicht perfekt sind. Dass nicht immer alles perfekt laufen kann. Und vielleicht ist das okay. Vielleicht müssen wir nicht immer perfekt funktionieren wie Maschinen, um das perfekte Leben führen zu können. Vielleicht sind es ja genau diese kleinen Fehler, die das Leben lebenswert machen.         (Seite 200)

Fazit:

Anna Seidl findet in ihrem Debüt "Es wird keine Helden geben" äusserst eindrückliche Worte zum schweren Thema Amoklauf. Mit ihrem eindrucksvollen Schreibstil setzt sie uns einen Kloss in den Hals und lässt uns schlussendlich sprachlos zurück. Lesen!

Buchtipp von Nicole Forrer



Infos zum Buch:

Seidl, Anna: "Es wird keine Helden geben", 256 Seiten, Oetinger (20. Januar 2014), ISBN: 978-3789147463
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 
14 - 17 Jahre